1.Regionalolympiade im Schulschach 2026 – mit Theo und Lenny

von Markus Bindig

Haste 'ne 4 bleibste hier

Vom jüngsten Schüler bis zum Studenten weiß jeder, dass man sich mit der Note 4 – in Worten auch „ausreichend“ genannt – gerade so durchmogelt. Gleichzeitig wirkt sie auch nicht so richtig befriedigend – sonst wäre sie ja wenigstens eine 3. Ähnlich ging es unserer Scheffelbergschule bei der Regionalolympiade im Schulschach, die ganz knapp an Platz 3 vorbeischrammte und den undankbaren vierten Platz belegte. Anders als bei Schulnoten ist das bei einer starken Konkurrenz aus 16 Mannschaften allerdings tatsächlich ein gutes Ergebnis, das so unerwartet kam, wie es ganz am Ende ärgerlich war.

Die Schulschacholympiade und unser Team

Die Schulschacholympiade unserer Region folgt dem Mannschaftssystem: Es spielen Mannschaften gegeneinander, die aus je 4 Spielern bestehen. Die Ergebnisse an den einzelnen Brettern werden am Ende zusammengerechnet, und wer aus den 4 Partien mehr als zwei Punkte erreicht, der gewinnt.

Unser Team bestand aus den Viertklässlern Jacob und Tillmann sowie aus Aidan, Lenny (Gerd™s Enkel!) und Pierre aus der dritten Klasse. Mit 5 Spielern hatten wir den Luxus, dass immer einer davon eine Runde Pause für sich beanspruchen konnte. Betreut wurden sie von Markus (also von mir) vom Zwickauer SC, und von Herrn Weisheit von der Scheffelbergschule. Es war unsere erste Schulschacholympiade, sodass es unmöglich war vorherzusagen, was uns erwarten würde. Wichtig war mir, dass es ein schönes Teamerlebnis sein würde, bei dem wir uns so gut wie möglich schlagen – und das sollten wir.

 

Die Aula der Plauener Friedensschule

In aller Kälte fuhren wir am Mittwochmorgen, dem 21.01.2026, zur Friedensschule in Plauen, in deren großer Aula das Turnier stattfand. Insgesamt 16 Mannschaften fanden ihren Weg dorthin, sodass in dem Spielsaal trotz seiner Größe reichlich Gewusel herrschte. Aufgrund des Austragungsortes waren vor allem Vertreter aus Plauen in großer Zahl vertreten, doch auch aus Zwickau waren unter anderem die Dittes-Grundschule und unsere Nachbarn aus der Benz-Grundschule dabei.

Frühe Erfolge

Die erste Runde verlief klar zu unseren Gunsten. Gegen die Astrid-Lindgren-Grundschule aus Plauen griff Pierre zwar fehl, doch seine Teamkameraden holten mit 3 Siegen die Kohlen aus dem Feuer: 3:1 für uns. In der zweiten Runde machte Pierre eine Pause und ließ Tillmann spielen. Der hatte an diesem Tag seinen großen Auftritt und spielte ein wirklich gutes Turnier. Gegen die Grundschule Neundorf trug er einen wichtigen Sieg bei, nachdem Lenny den Sieg davongetragen und Jacob einen halben Punkt beigesteuert hatte. Mit einem knappen 2½:1½ kam der zweite Sieg zusammen. Das hob die Stimmung in unserer Mannschaft sehr weit, obwohl ich wusste, dass die richtig guten Gegner uns erst noch bevorstanden...

Erste Rückschläge

Leider warteten die ersten Enttäuschungen in diesem Turnier ausgerechnet gegen die Mannschaften aus Zwickau auf uns. Gegen die Dittes-Grundschule setzte Jacob an Brett 1 aus ... Alle anderen rückten auf, und alle vorderen Bretter gingen unglücklich krachen. Lediglich Tillmann am letzten Brett sorgte für unseren Ehrentreffer in unserer 3:1-Niederlage.

 

 

Der Mannschaftskampf gegen die Carl-Benz-Schule. Deren Theo an Brett eins holte 7/7 Punkte.

Danach kam das ganz große Lokal-Derby: Unsere Mannschaft, die zum Großteil aus dem Hort des Regenbogenlandes bestand, spielte gegen die Regenbogenschule Carl-Benz. In diesem farbenfrohen Duell hatte Jacob leider keine Chance an Brett 1. Sein Gegner war unser Theo vom Zwickauer Schachclub, der sich in diesem Turnier sichtlich langweilte: Er wurde am Ende mit 7 Punkten aus 7 Partien der beste Spieler am ersten Brett. Die anderen Partien waren durchwachsen. Lenny schlug mit einem Sieg an Brett 3 zurück, während Pierre und Aidan sehr durchwachsene Partien spielten. Beide konnten ihre guten Stellungen nicht ausnutzen – Aidan schaffte leider nur ein Remis, während Pierre sogar noch verlor. Damit waren wir mit einer knappen 1½:2½-Niederlage wieder im Mittelfeld.

Der Endspurt

Nach diesen Rückschlägen loste uns das Turniersystem wieder eine machbarere Mannschaft zu: Gegen die Mädchen der Karl-Marx-Schule aus Plauen setzte Lenny aus, nur um seinen Kollegen dabei zuzusehen, wie sie die Damen mit 4:0 überrollten. Mit diesem überwältigenden Vorstoß kam die Mittagspause – und nach ihr der Endspurt.

Mit einem 2:2 in der vorletzten Runde lagen wir bei 7:5 Punkten auf Platz 3, zusammen mit vier anderen Teams. Damit war klar, dass in der letzten Runde nur ein Sieg etwas wert war – und es sollte wirklich spannend werden.

Jacob verlor leider sehr früh seine Partie und brachte einen bitteren Rückschlag, doch Lenny brachte uns erneut mit einem vollen Punkt zurück ins Spiel. Das Match zog sich lange hin: Pierre war in großen Problemen, doch er wurde mit einem ganzen Figurensatz weniger plötzlich überraschend pattgesetzt – eine Sonderregel im Schach, bei der die Partie trotz großen Vorteils im Unentschieden endet. Damit stand es 1½:1½ und nur Aidan spielte noch. Er hatte einen großen Materialvorteil und stand bereits kurz davor mattzusetzen. Doch leider passierte bei ihm genau dasselbe: Er ließ seine Dame auf genau dem einen Feld los, wo er seinen Gegner pattsetzte.

Damit war der Mannschaftskampf unentschieden und die Chance auf den dritten Platz vertan. Das ist sehr schade, aber angesichts der glücklichen Fügung in Pierres Partie am Ende vielleicht auch gerecht.

Eine tolle Mannschaftsleistung

Ein Misserfolg in der letzten Runde ist immer ein Dämpfer, aber hätte man uns vor dem Turnier gesagt, dass wir Vierter würden, hätten wir das sicher für ein starkes Ergebnis gehalten. Mir war es vor allem wichtig, dass unsere Kinder einmal so ein Turnier erleben können und dort als Mannschaft spielen und zusammenhalten. Genau das hat wirklich gut geklappt. Es gab allseits gute Stimmung, keine Vorwürfe bei Missgeschicken, viel Zusammenhalt und am Ende ein Erlebnis, das allen Spaß gemacht hat. Wir danken allen, die uns dabei unterstützt haben, allen voran dem Regenbogenland und dem Klassenlehrer von Lenny und Aidan, Herrn Franke. Die Benz-Schule ist sicher dankbar für Herrn Wiemann und für meine Vereinskollegin beim SVM Wilkau-Haßlau, Sylvia Bloß. Und wollen wir nicht Gerd vergessen, der Lenny all das gute Schach beigebracht hat, das ihn hat 4½ aus 6 hat holen lassen!

Wir sind um einen halben Punkt an Platz 3 vorbeigeschrammt, der uns sogar die Qualifikation zur Landesolympiade gebracht hätte – aber so waren wir leider nur Platz 4 und bleiben hier. Wir spielen eben Schach und nicht Vier Gewinnt.

Unser Team v.l.n.r.: Aidan, Lenny, Pierre, Jacob; vorn: Tillmann; im Hintergrund: Markus und Herr Weisheit