Am gestrigen Samstag fand die Vorrunde zur sächsischen Mannschaftsmeisterschaft in der u10 in Chemnitz statt. Und die Jungs haben sich mal wieder übertroffen und für die Endrunde der SMM u10 qualifiziert. Super Leistung! Gratulation!   Einzelheiten dazu in der Nachwuchsrubrik

Endrunde der SMM u10 wir kommen

Unser Weg ins Finale des Sachsen-Pokals

Wer kennt das nicht? Da gibt es an die 10 Leute, die allesamt Interesse an einem Mannschaftspokal anmelden, und am Ende wird man als der eine, der explizit sein Desinteresse bekundet hat, am Abend vorher gefragt, ob man noch mitspielen könne, weil nicht genügend Leute zusammengekommen sind … Naja, wenn ich einmal mitspiele, kann ich auch einen Bericht dazu schreiben ;) Um es kurz zu machen: Wir sind Pokal-Finale!

Wir, das Viererteam des Zwickauer SC bestehend aus Kevin, Frank, Roland und mir (Markus), machten uns auf den Weg zur Vorrunde des sächsischen Schnellschachpokals. Dabei hatten wir so einige Hürden zu nehmen: Allein der Versuch, vier Schachspieler zusammenzutrommeln und pünktlich in einem entlegenen Ort in Sachsen aufzukreuzen, ist ein Kunststück für sich. Aber Kevin, unser improvisierter Mannschaftsleiter, übertraf sich selbst – und bekam es sogar hin, dass sein Zug an jenem Samstag wirklich pünktlich losfuhr. Nur hielt der Zug mehrfach sinnloserweise an und kam viel zu spät für den Anschluss in Chemnitz an … aber mit genügend Puffer, den Kevin sich genommen hatte, haben wir auch ihn rechtzeitig nach Neukirchen an den Spielort geholt.

 

Glück beim Losen und souveräner Vorrundensieg

Der Modus für die Austragung des Wettkampfes lässt sich schnell erklären: Keine Sau, inklusive Turnierleitung, wusste wirklich, wie der ganze Unsinn funktionieren sollte.

Das war sie … die Erklärung für den Turniermodus …

Wir hatten insgesamt acht Mannschaften, aufgeteilt in zwei Vorrundengruppen mit jeweils vier Teams. Kevin zog in seiner ersten großen Tat als lernender Mannschaftsleiter für uns Gruppe B, die auf dem Papier deutlich leichter aussah. Wir trafen zunächst auf Crimmitschau, Großröhrsdorf und Burgstädt – alle davon waren im eher schlagbaren Bereich.

Erstes Match: Gegen Crimmitschau wurde es ein glasklares 4:0 – ein toller Auftakt, und die Laune war direkt oben.

Zweites Match: Gegen Großröhrsdorf setzten wir noch einen drauf und siegten mit 3,5:0,5. Nur ich gab ein Remis ab …

Drittes Match: Burgstädt verlangte uns ein kleines bisschen mehr ab, aber am Ende hieß es erneut 3,5:0,5. Hier war es Kevin, der am Ende noch in ein Remis einstimmte. Sein Gegner fand einen sehr guten Ausweg in einer schwierigen Situation und wickelte in ungleichfarbige Läufer ab.

Somit war uns der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen. Gemeinsam mit Burgstädt qualifizierten wir uns für die Final-Runde, was die erste große Hürde bedeutete: Mission Vorrunde bestanden!

 

Die Finalrunde und der Mannschaftskampf gegen Wilkau

Im Finale erwarteten uns die Topteams Wilkau und Reichenbrand. Letztere waren Turnierfavorit und spielten besonders stark auf. Wir rechneten fest damit, dass wir uns mit Wilkau um den zweiten Platz streiten würden. Und genau so kam es. Noch dazu wurde Wilkau unser erster Gegner.

Rolands Endspiel-Malheur

Roland saß an Brett 4 und sah zwischendrin ziemlich gut aus: Er hatte einen Bauern mehr, ein scheinbar vielversprechendes Turmendspiel (4 gegen 3 Bauern). Doch hier schlug die ominöse „ZSC-Regel“ zu, die mir Kevin verraten hatte: „Wenn du im Turmendspiel einen Bauern mehr hast, verlierst du am Ende zwangsläufig trotzdem“ – manche würden behaupten, das wäre ein Running Gag, aber es schmiegt sich eng an die Wahrheit. Der zusätzliche Platz, den das fehlende Material bietet, ist einfach unwiederbringlich. Tatsächlich fand Roland mit unnachahmlicher Präzision genau jenen Weg, um das eigentlich günstige Endspiel noch aus der Hand zu geben. Ich weiß, dass sein Gegner Thorsten solche Endspiele sehr gut behandelt … und ich habe eigentlich auch keine Grundlage, mich zu beschweren, nach einigen Partien aus dieser Saison … aber dennoch kriegt Roland eine Ehrenmitgliedschaft im Wie-kann-man-das-noch-verlieren-Klub verliehen …

Mein Konter am Nachbarbrett

Zum Glück gelang mir (Markus) an Brett 3 ein Sieg, der Rolands Niederlage kompensierte. Meine Partie war zwar zwischenzeitlich voller Spannung mit Chancen für beide Seiten, aber die entscheidenden Momente gingen letztlich alle gut für mich aus. Wir standen damit wieder halbwegs im Gleichgewicht – 1:1.

Kevins chaotisches Brett

Das Highlight war Kevins Partie an Brett 1: Das Brett sah stellenweise so aus, als hätten Kindergartenkinder die Figuren zufällig auf den Feldern verteilt. Plötzlich verlor Kevin den Faden und machte einen groben Fehler, sodass Wilkau glänzend stand. Doch Robert hatte große Zeitprobleme, und Kevin bot schließlich Remis an. Ein Glück, denn mit wenig Zeit und einer Brettstellung, die keiner mehr so recht durchblickte, war dieses Unentschieden der rettende Anker für uns.

Franks Houdini-Trick

Frank an Brett 2 hatte lange Zeit eine solide Stellung, geriet dann aber völlig unvermittelt in eine Lage mit Minusbauern und drohte regelrecht unterzugehen. Genaugenommen hatte ich damit den Mannschaftskampf auch abgeschrieben. Zu meiner übergroßen Überraschung hörte ich plötzlich, dass die Partie noch Remis wurde. Wie genau das passierte, bleibt mir bis heute ein Rätsel … aber sei es drum, wir nehmen es mit.

Am Ende hieß es 2:2 gegen Wilkau – ein Resultat, das die Spannung auf die Spitze trieb, aber für uns unglaublich wichtig war. Wir waren damit in einer guten Ausgangslage für die letzte Runde.

 

Schnelles Remis gegen Reichenbrand

Vor dem letzten Mannschaftskampf gegen Reichenbrand wurde es kompliziert: Irgendwelche Feinwertungen und Konstellationen waren im Spiel, und wir wussten, dass uns ein Unentschieden den zweiten Platz und damit den Einzug in die Endrunde sichern würde. Reichenbrand war ohnehin klar in Führung, also akzeptierte man dort gern eine Punkteteilung, um den Gruppensieg nicht zu gefährden. Nach und nach einigten sich die Bretter nach kurzem Kampf auf eine Punkteteilung. Damit holten wir letztlich den zweiten Platz in der Finalrunde, knapp vor Wilkau auf Rang drei.

Finale, wir kommen!

 

Was sich zunächst unproblematisch anhörte, entwickelte sich gegen Wilkau zu einer regelrechten Zitterpartie: verrückte Stellungen, irre Endspiele und Nervenflattern bis zum letzten Zug. Doch wir konnten uns letztlich behaupten und gemeinsam mit Reichenbrand das Finale im Sachsen-Pokal erreichen.

Wir freuen uns schon riesig auf die kommenden Herausforderungen und hoffen, dass uns dann sowohl die Züge als auch die Bahn-Verbindungen wieder hold sind. Zwickauer SC, wir sehen uns im Finale!

 

Der 7.Spieltag brachte in der laufenden Saison die ersten Vorentscheidungen in unseren beiden Staffeln. Unsere 1.Mannschaft braucht nach einem sicheren 6:2 gegen Schach Leipzig II noch einen Mannschaftspunkt an den beiden letzten Spieltagen zum Aufstieg in die Sachsenliga, wobei die Hürden mit den Tabellenzweiten und Tabellendritten ziemlich anspruchsvoll sind. Im Gegensatz dazu hat unsere 2.Mannschaft den Aufstieg mit einer 3:5 Niederlage gegen den VSC Plauen wohl zu 99% "versemmelt".

 

Runde 7: Zwickauer SC gegen VfB Leipzig II

Nach unserem hart erkämpften 4:4 gegen Wilkau-Haßlau, einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg, ging es in unserem jüngsten Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von VfB Leipzig. Hier waren wir zwar leicht favorisiert, doch jeder, der schon einmal einen Mannschaftskampf bestritten hat, weiß: Auch nominell schwächere Teams muss man erst einmal schlagen. Genau diese Ausgangslage führte dazu, dass wir von Beginn an besonders fokussiert ins Rennen gingen, in voller Stammaufstellung und fest entschlossen, die Chance auf einen wichtigen Sieg nicht leichtfertig herzugeben.

 

Unsere Aufstellung

Brett 1: Bernd (Schwarz)

Brett 2: Stefan (Weiß)

Brett 3: Markus (ich selbst, Schwarz)

Brett 4: Migu (Weiß)

Brett 5: Frank (Schwarz)

Brett 6: Kevin (Weiß)

Brett 7: Kai (Schwarz)

Brett 8: Schöni (Weiß)

 

Die Eröffnungsphase

Die Partien waren von Beginn an eher zäh. Niemand sah danach aus, als würde er schon in der Eröffnung ein hohes Risiko eingehen. Stattdessen entstanden solide Stellungen, teils leicht abweichende Varianten, aber keine allzu wilden Experimente.

Eine Ausnahme war gewissermaßen Kevin an Brett 6, zumindest in puncto Spielanlage – jedoch nicht, weil er riskant spielte, sondern im Gegenteil, weil er ungewöhnlich kontrolliert und geduldig agierte. Wer ihn kennt, weiß, dass er gerne auch mal ein paar abenteuerlichere Züge wagt, wenn sich eine taktische Möglichkeit bietet. Diesmal aber wirkte er eher so, als habe er das große Ganze im Blick: solide Punkteausbeute für das Team, kein unnötiges Risiko.

 

Die ersten Entscheidungen

Umso überraschender war die Szene, die sich an Brett 4 bei Migu abspielte. Normalerweise ist er für kreative Ideen bekannt – doch was er sich dieses Mal in der Eröffnung leistete, war … naja – wenn man es so will, war es schon sehr kreativ … Schon recht früh ließ er ein ziemlich offensichtliches Turmopfer zu. Ein einziger unbedachter Zug, und plötzlich stand Migu mit dem Rücken zur Wand. Sein Gegner konnte im Grunde frei wählen, ob er mit Dauerschach abwickelt oder in einen hochgefährlichen Angriff mit Dame gegen zwei Türme übergeht.

Als ich (Markus) zwischen meinen eigenen Zügen kurz frische Luft schnappte, traf ich Migu draußen im Gang. Er feixte und war gleichzeitig fassungslos über den Patzer, den er sich geleistet hatte. Dankenswerterweise ging sein Kontrahent nicht aufs Ganze und begnügte sich mit dem Remis. So konnte Migu das Brett zwar mit leicht zittrigen Knien verlassen, aber immerhin mit einem halben Punkt.

 

Diese Stellung war für meine Begriffe recht einfach spielbar für Weiß … man müsste jetzt so primitive Züge wie g3 finden, weil der Gegner eine konkrete Drohung hat. Migu fand stattdessen 17. … a5! … und nach 18. Kxg2 Dg4+ 19. Kh1 Df3+ 20. Kg1 d5 durfte er seine Dame abgeben. Immerhin gegen zwei Türme.

 

Migus Gegner erzwang hier Remis … Und ich wir geben gerne zu, dass Migu schon deutlich schlechtere Stellungen noch gewonnen hat. Aber hier hätte Schwarz wohl weiterspielen sollen, denn irgendwo müssen die Brettpunkte ja herkommen.

Kurz darauf ging auch die Partie von Frank an Brett 5 mit einem Remis zu Ende. Bei ihm war es ein eher gleichmäßiger Verlauf. Zwar könnte man in einer detaillierten Analyse noch diskutieren, ob der Leipziger an manchen Stellen Chancen auf mehr hatte, doch letztlich zog sich das Spiel ohne große Ausschläge dahin, bis man sich auf die Punkteteilung einigte. So stand es relativ früh 1:1.

Doch wer dachte, damit sei schon ein Trend abzulesen, sollte sich gewaltig täuschen.

 

Eindrücke von den übrigen Brettern

An den meisten anderen Brettern blieben schnelle Entscheidungen zunächst aus. Besonders vielversprechend wirkte die Stellung von Bernd an Brett 1, der mit Schwarz eine überraschend souveräne Partie ablieferte. Jedes Mal, wenn ich einen Blick auf seine Stellung warf, hatte ich das Gefühl, er dränge seinen Gegner Schritt für Schritt in unangenehme Positionen.

Auch Kai und Schöni spielten jeweils recht ausgeglichen, wobei beide Partien noch keine deutliche Richtung erkennen ließen … mit dem Caveat, dass ich Schöni kenne. Ich weiß, welche Stellungen er gut spielt …
Mitten in diesem taktischen Abwarten stieg aber die Spannung; es war allen Beteiligten klar, dass sich diese Begegnung erst in den späteren Phasen entscheiden würde, wo Zeitnot und Nervenstärke häufig eine zentrale Rolle spielen.

 

Der Showdown rückt näher

Als das Spiel an jedem Brett fortschritt, kam die Zeitkontrolle um den 40. Zug immer näher. Die Atmosphäre im Raum änderte sich spürbar: Die Blicke wurden ernster, die Pausen zwischen den Zügen kürzer. Dieser Moment gehört zu den aufregendsten im Mannschaftsschach, denn es geht nicht nur um die eigene Partie, sondern um den gemeinsamen Erfolg. Ein Fehltritt in Zeitnot kann nicht nur die Partie eines Einzelnen kosten, sondern im schlimmsten Fall den gesamten Mannschaftskampf kippen.

Mit dem Zwischenstand von 1:1 und noch sechs offenen Duellen konnten wir uns nichts auf den ersten beiden Remis ausruhen. Jeder einzelne halbe Punkt würde am Ende entscheidend sein. Genau das machte diese Situation so reizvoll und zugleich nervenaufreibend: Nicht nur wollten wir unsere Favoritenrolle bestätigen, wir wussten auch, dass uns jeder Ausrutscher hart treffen konnte.

Die Zeitnot-Phase bricht an

In der typischen Hektik kurz vor dem 40. Zug wurde es an allen Brettern plötzlich hochspannend. Die Minuten rannen nur so von den Uhren, und kaum jemand hatte Zeit, sich noch groß umzuschauen. Jeder hatte sein eigenes Brett im Fokus.

Dramatischer Moment an Brett 2

Stefan war der Erste, der von dieser Phase profitierte. Sein Gegner hatte eine derart zweifelhafte Entscheidung getroffen, dass Stefan im Grunde einen unwiderstehlichen Angriff geschenkt bekam. In wenigen Zügen war klar, dass sein Gegner den Königsflügel nicht mehr verteidigen konnte. Stefan gewann problemlos und sorgte für unsere Führung.

 

Das war die Stellung, in der Stefans Gegner aufgab. Jeder, der schon einmal Schach gespielt hat, kann sich sicher vorstellen, wie unglücklich das alles für Schwarz gelaufen sein muss …

Plötzliche Siege an Brett 6 und 8

Währenddessen kam an zwei weiteren Brettern Bewegung ins Ergebnis:

Kevin (Brett 6) verwickelte sich in eine komplizierte Stellung. Die Chancen lagen etwa zwischen 50:50 und 60:60 … Sein Gegenüber hatte sich eigentlich gut aufgebaut, fällte dann aber eine sehr verpflichtende taktische Entscheidung.

 

Schwarz kann in dieser Stellung einfach stehen bleiben und sich Stück für Stück verbessern – vielleicht mit g4 oder mit h5 … stattdessen warf er alle Eier in den Osterkorb – oder wie auch immer das Sprichwort heißt – und spielte das extrem waghalsige 27. … Lxb3


Das lief dann auf diese Stellung hinaus:

Viel Spaß an alle, die das bewerten wollen. Kevin behielt die Nerven … und mir fehlte ganz ehrlich jede Möglichkeit, das alles richtig einzuschätzen Aber Kevin war voll in der Partie … und dann kam das dabei heraus …

 

Letztlich war der schwarze Fehler wohl eher positionell. Der Läufer auf den weißen Feldern, der alle wichtigen Punkte gedeckt hatte, hatte sich für sehr interessante Komplikationen aufgegeben. Und dann geht Schwarz auf den weißen Feldern zu Grunde. Was für eine heiße Partie – aber Kevin gewann eben an dieser Stelle.

Schöni (Brett 8) hingegen hatte sich eine sehr vielversprechende Angriffsstellung erarbeitet, die nie so recht verpuffte. In der Zeitnotphase vollendete er sein Werk und sammelte damit den nächsten Sieg für unser Team ein.

Damit war plötzlich schon ein erfreulich hoher Punktestand in Sicht – auch wenn ich persönlich diese Wendungen völlig verpasst hatte.

 

Ein bitteres Ende an Brett 3

Ich geriet auf meinem Brett allmählich in eine kritische Lage. Ich hatte mir durch konsequent schlechte Züge eine ungünstige Stellung erspielt und mein letztes Glück in einer Abwicklung gesucht, die das Spiel wenigstens kompliziert gestaltet … leider machte mir mein Gegner einen Strich durch die Rechnung. Selbst mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr fand er sämtliche Zwischenzüge, um seinen Vorteil zu behalten und schließlich zum Sieg zu führen.



Ich will gar nicht den Müll zeigen, den ich hier vorher gefunden habe, aber ich habe mich hier ernsthaft darauf verlassen, dass 27. … Dc5 reicht … denn die ungleichfarbigen Läufer gewinnt er im Leben nicht.

Er nahm die Dame, nahm den Bauern, ich nahm f5 und war der Meinung, er könnte a5 nicht mehr sinnvoll decken … aber mein Gegner fand sowohl Ta1 als auch nach Lg7 den starken Zwischenzug Ld3 -- mit nur 4 Sekunden auf der Uhr …

Das ggwp kam wirklich von Herzen, denn er hatte ALLES gefunden. Zum Glück haben meine Mannschaftskameraden vorsichtshalber gewonnen. Aber wenn ich verlieren will, dann bitte so wie in dieser Partie. Umso mehr hat es mich gefreut, dass sich Stefan endlich einmal wieder in seiner Spielstärke hatte durchsetzen können und wir uns einen Mannschaftskampf näher an unsere Aufstiegschane rückten..

Genau in diesem Moment erfuhr ich von Schöni, dass wir insgesamt schon vier Punkte auf dem Konto hatten. Das war eine große Erleichterung für mich, denn ich sah, was auf Bernds und Kais Brett noch lief

 

Schlussakkord an Brett 1 und 7

Bernd hatte bereits die ganze Zeit eine stark geführte Partie gezeigt. Er behielt in der hektischsten Phase des Matches die Ruhe, baute seinen positionellen Vorteil konsequent aus und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein.

Kai musste zwischendurch mehr kämpfen. Seine Partie wogte zeitweilig hin und her, doch er behauptete schließlich einen kleinen, aber entscheidenden Vorteil, den er sicher verwertete.

In der Partie von Kai gab es viele Ups and Downs …

Als beide ihre Partien gewannen, stand am Ende ein überraschend deutliches 6:2 für uns auf dem Spielberichtsbogen – ein Ergebnis, das wir zwar erhofft, in dieser Klarheit aber nicht unbedingt erwartet hatten.

 

Das Saisonende naht

Plauen fuhr ein überraschendes Unentschieden ein. Mit drei Mannschaftspunkten Vorsprung bei nur noch zwei ausstehenden Runden stehen wir nun mit einer hervorragenden Ausgangslage da. Unsere Chancen auf den Aufstieg sind damit mehr als real, doch rechnerisch ist noch alles möglich. Auch wenn es nicht das wahrscheinlichste Szenario ist, existiert durchaus eine Welt, in der wir die letzten beiden Kämpfe verlieren und am Ende doch noch abgefangen werden.

Das bedeutet für uns: Wir bleiben fokussiert, nehmen die letzten Spiele ernst und geben weiter unser Bestes. Gleichzeitig können wir mit einer positiven Grundstimmung in die Schlussphase der Saison gehen. Die bisherigen Mannschaftskämpfe haben uns nicht nur gute Ergebnisse gebracht, sondern auch jede Menge Spaß gemacht. Das Gefühl, als Team gemeinsam um Punkte zu kämpfen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich aufeinander verlassen zu können, war für uns mindestens genauso wichtig wie der Tabellenstand.

Mit dieser Einstellung schauen wir in die Zukunft.

 

 

2.Mannschaft in Runde 7

In dieser 7.Punktspielrunde hatten wir die Hoffnung, dass uns Waldkirchen Schützenhilfe leisten würde. Und wirklich, es klappte. Waldkirchen trotzte dem Spitzenreiter Aufbau Chemnitz ein 4:4 ab und wir hatten die Chance, bis auf einen Punkt ran zu rücken mit dem Spiel gegen Aufbau am letzten Spieltag im Rücken. Das Ganze hatte nur leider einen Haken, ein Sieg gegen den VSC Plauen musste her. Und da sind wir leider gescheitert. Eigentlich war der Plan "vorne halten und hinten gewinnen" und was kam raus: "hinten nicht gewonnen und vorne verloren". Der Endstand von 5:3 für Plauen wird uns aller Voraussicht nach alle Aufstiegschancen kosten. Aber was soll's, wir haben fast die gesamte Saison über unseren Verhältnissen gespielt und nächste Saison nehmen wir einen neuen Anlauf.

Und wieder zeigt uns unser Nachwuchs, wie hoch die Latte im Verein bei der Leistung liegt. In den Winterferien stehen stets die Bezirkseinzelmeisterschaften von u8-u18 auf dem Programm. Wir hatten 3 Teilnehmer am Start und sind mit 3 Qualifikanten zu den sächsischen Einzelmeisterschaften zurückgekehrt. Glückwunsch Jungs!     Einzelheiten dazu in der Nachwuchsrubrik

Wilkau-Haßlau gegen Zwickauer SC – 6. Runde am 02. Februar 2025

 

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als wir an jenem Sonntagmorgen in Wilkau-Haßlau ankamen. Der Spielsaal war uns nicht unbekannt, schließlich haben einige von uns früher selbst hier am Brett gesessen. Tatsächlich war der Running Gag an diesem Tag, dass es eigentlich „Wilkau gegen Wilkau“ heißen müsste, weil so viele unserer Spieler einst für die Gastgeber aktiv gewesen sind. Trotzdem ging der Respekt vor dem heutigen Gegner nicht verloren, denn Wilkau-Haßlau hatte in dieser Saison bereits einige beachtliche Ergebnisse eingefahren. Migu fehlte. Sein Emotional Support. Denn wer hätte nicht gerne einen Migu, der ihm beisteht?

Damit waren wir letzten Endes bei dieser Aufstellung:
1. Brett: Bernd
2. Bett: Stefan
3. Bett: Markus (euer Schreiberling)
4. Brett: Frank
5. Brett: Kevin
6. Brett: Kai
7. Brett: Schöni
8. Brett: Lucas

 

Die Ungewissheit wurde größer, als wir von Wilkaus Aufstellung erfuhren: Tessa, ihre Stammspielerin, war ebenfalls verhindert, doch ausgerechnet der stärkste Spieler des Vereins rückte dafür ans achte Brett nach. Diese Konstellation bedeutete, dass unser Ersatzmann Lucas ein echtes Brett-8-Monster vor sich hatte. Ich muss zugeben, dass ich mir da schon Sorgen machte, weil wir Lucas zwar sehr schätzen, er aber natürlich nicht mit solchen Gegnerschaften rechnete. Nichtsdestotrotz gingen wir es optimistisch an.

Als ich dann durch den Saal schlenderte, fiel mir gleich die konzentrierte Ruhe auf. Nur das Klappern der Figuren und das Kratzen der Stifte auf dem Partieformular waren zu hören. Die meisten Spieler schienen zu wissen, dass heute etwas auf dem Spiel stand; man hatte beinahe das Gefühl, die Anspannung in der Luft greifen zu können.

Kai sorgt für das erste Resultat
Ganz am Anfang passierte nicht viel Dramatisches, bis ich nach gut einer Stunde zu Kai an Brett 6 hinüberschaute. Ich sah eine solide Schwarzstellung mit einem recht großen Bauernzentrum, das nur etwas wacklig wirkte. Sein Gegner hatte die Chance verpasst, genau diese Struktur härter zu attackieren. Stattdessen hatten beide Seiten vorsichtig agiert und respektierten offensichtlich das Potenzial des jeweils anderen. Kai, der meist ziemlich schnell und pragmatisch entscheidet, war sichtlich zufrieden mit der Ausrichtung seiner Figuren und bot – oder nahm – ein frühes Remis an. Ich gebe zu, dass ich mir ein wenig mehr Kampfgeist gewünscht hätte, aber in einem engen Mannschaftsduell kann jeder halbe Punkt am Ende entscheidend sein. Jedenfalls stand es nun 0,5 : 0,5, und alles war offen.

Schnelles Remis auch bei Bernd
Fast zeitgleich erklärte sich auch Bernd an Brett 1 mit einem Unentschieden einverstanden. Er hatte eine geschlossene Eröffnung auf dem Brett, in der er dank der weißen Steine einen leichten Raumvorteil besaß. Leider verbrauchte er dabei unverhältnismäßig viel Zeit. Ich glaube, das zerrte an seinen Nerven. Während er noch über komplizierte strategische Nuancen grübelte, zog sein Gegner fast blitzartig. Bernd entschied sich irgendwann für den sicheren halben Punkt, zumal ein Blick auf die Uhr verriet, dass er im weiteren Verlauf eine echte Zeitnot hätte befürchten müssen. So hieß es nun schon 1:1, doch an den anderen Brettern, das spürte man, war das Feuer längst entfacht.

Stefan setzt alles auf eine Karte
Am spürbarsten loderte das Feuer an Brett 2, wo Stefan spielte. Noch bevor wir unsere Partie starteten, grinste er mich an und meinte: „Heute brennt mein Brett!“ – damit hatte er durchaus recht. Ich sah mehrmals kurz zu ihm hinüber und bemerkte, wie die Figuren auf dem Brett wild durcheinander standen: Bauern waren teilweise weit vorgerückt, die Könige wirkten beunruhigend exponiert, und auf beiden Seiten drohten scheinbar taktische Schläge. Als sein Gegner dann tatsächlich einen Turm von Stefan wegschnappte, blieb mir fast das Herz stehen. Ich hoffe immer auf eine geniale Falle oder ein verrücktes Opfer, das sich lohnt, doch Stefan begann, über 30 Minuten nachzudenken. Das ist kein gutes Zeichen. Sobald ein erfahrener Spieler derart lange grübeln muss, heißt das meist: Er hat das Problem nicht selbst vorbereitet. Dementsprechend war ich besorgt.

Mein eigenes Dilemma
Während ich mich mit meiner Partie beschäftigte, kam mein Gegner irgendwann in einem Moment, in dem Stefan gerade tief in seinen Gedanken versank, zu mir herüber und bot Remis an. Ich hatte eigentlich eine solide Stellung. Ein kleiner Vorteil schien möglich, und ich spielte mit dem Gedanken, das Angebot abzulehnen und weiter auf den vollen Punkt zu gehen. Allerdings bin ich jemand, der immer zuerst den Mannschaftsleiter befragen will, wenn es knapp sein könnte. Doch Stefan war zu diesem Zeitpunkt völlig in seine eigene, prekäre Lage vertieft; er kämpfte offenbar ums Überleben und musste rasch entscheiden, wie er den Turmverlust kompensiert. Ich sah ihn mit gerunzelter Stirn und nervösem Fußwippen am Brett sitzen. Wie hätte ich ihn da stören können? Also blieb mir nichts anderes übrig, als geduldig zu warten – und die Uhr bei mir lief mit. Zum Glück hatte ich keine großen Zeitprobleme, aber das raubt natürlich Konzentration, wenn man ständig von einem halben Auge auf die Uhr und mit dem anderen Auge zu Stefans Brett schielt.

Kevin und Schöni sorgen für Euphorie
Währenddessen vollzog sich an Brett 5 und Brett 7 Erfreuliches. Kevin spielte eine Eröffnung, in der er schnell Oberwasser bekam. Es wirkte, als habe er seinen Gegner bereits in der Eröffnungsphase in eine unangenehme Stellung manövriert. Kevin spielte das routiniert und selbstbewusst herunter, setzte immer wieder kleine Nadelstiche und baute seinen Vorteil nach und nach aus. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei Schöni: Er besitzt ein Talent dafür, den Gegner allmählich in die Enge zu treiben, ohne ihm offensive Gegenchancen zu lassen. Als ich zwischenzeitlich vorbeilief, sah ich bei Schöni einen Haufen Figuren, der größtenteils hinter seinen Bauern verstaut war – und bei seinem Gegner war es genau andersherum: Alle Figuren wirkten unkoordiniert, quasi eingeengt wie in einem Käfig. Das ließ mich sehr zuversichtlich werden. Tatsächlich konnten beide wenig später den Sack zumachen.

 

 

 In dieser Stellung ließ Stephan im Grunde nichts mehr anbrennen. Wir alle spüren vielleicht, dass sie irgendwie nach einem Opfer schreit, aber das war überhaupt nicht notwendig. Schöni setzte einfach den Turm nach h1, gruppierte den Läufer nach e3 um, damit er den h-Bauern gewinnt und Schwarz konnte nicht viel mehr tun als zuzuschauen … oder aufzugeben. Für Letzteres entschied er sich auch ein paar Züge später.

Als dann verkündet wurde, dass sowohl Kevin als auch Schöni ihre Partien gewonnen hatten, stand es auf einmal 3:1 für uns. Ein Jubel ging zwar nicht ausdrücklich durch den Saal, aber man sah bei uns erleichterte, freudige Gesichter. Ich selbst überlegte, ob ich jetzt vielleicht ein wenig mehr auf Risiko spielen könnte. Allerdings blickte ich erneut zu Stefan, der noch immer in ernsten Schwierigkeiten steckte. Meine Intuition sagte mir, dass es dort bald kippen würde. Frank an Brett 4 sah ebenfalls nicht gerade glücklich aus; offenbar hatte er eine Qualität verloren, was in den meisten Fällen ein gravierender Nachteil ist. Und über Lukas am achten Brett musste man sich extra Sorgen machen, da dort ein nominell deutlich überlegener Gegner die Figuren führte.

Die Tragödie um Stefan und Frank
Es kam, wie es kommen musste: Stefan setzte letztlich alles auf eine Karte. Ich sah, wie er noch mehr Figuren ins Opferfeuer warf, in der verzweifelten Hoffnung, den König seines Gegners irgendwie zu erwischen. Aber von außen wirkte es nur wie ein unkontrolliertes Zucken. Wenig später nahm er seine Figuren vom Brett, was das rasche Ende signalisierte. Auch Frank kämpfte um jeden halben Punkt, musste aber nach einer weiteren Ungenauigkeit seine Partie ebenfalls aufgeben. Schlagartig waren wir von einem scheinbar komfortablen 3:1 auf ein 3:3 geschrumpft, und die ganze Stimmung veränderte sich.

 

 

 

Franks Partie war pure Tragik. Ich will nicht sagen, dass seine Stellung besonders einfach war … aber hier nahm er auf d4 und ließ einfach Dc8+ mit Turmgewinn zu. Ich muss allerdings eingestehen, dass eine gewisse Ästhetik in der Geometrie auf dem Brett lag …

 

 

 

Denn nach 28. Dc8+ Ke7 29. Dxg8 Txd2 30. Dg5+ f6 31. Dxd2 hat die weiße Dame eine faszinierende Rundreise auf dem Brett veranstaltet. Frank konnte hier noch auf a1 nehmen und blieb noch im Spiel … aber es war insgesamt nicht sein Tag und er verlor schließlich.

Mein Remis und die Schicksalslast auf Lucas
Bei mir hatte sich die Lage auch zugespitzt. Ich hatte kurzzeitig einen interessanten Königsangriff im Auge, aber nicht konsequent genug darauf hingearbeitet. Mein Gegner verteidigte sich unglaublich hartnäckig; selbst in Zeitnot schien er immer noch den richtigen Zug zur richtigen Zeit zu finden. Plötzlich musste ich selbst mehrere Drohungen vereiteln und einige hochpräzise Züge finden, um nicht vom kleinen Vorteil in eine Verluststellung zu rutschen. Ich sprach dann mit Stefan ab, dass ich keine ernsthafte Gewinnmöglichkeit mehr sah und bot Remis. Und da ich nicht riskieren wollte, selbst in ein schlechtes Endspiel abzudriften, nahm ich das Angebot an.

 

 

 

In meiner Partie bin ich zwischenzeitlich mal aufgeschreckt. Ich habe hier mit Td6 die Dame angegriffen … dann fiel mir auf, dass mein Gegner hier die Idee hat, a5 zu spielen: Ich nehme auf e6, er nimmt auf b4 und ich habe kein gutes Feld für meinen Turm. Auf Td6 käme beispielsweise Se4.

Ich hätte mit Txf6 die Qualität geben müssen. Allerdings nehme ich dann auch auf b4 und glätte meine Bauern, habe sogar einen Bauern mehr. Vielleicht hätte man daraus mehr Gewinnchancen generieren können als aus dem, was in der Partie kam. Mein Gegner sah die Gelegenheit nicht und verteidigte die Stellung einfach so, wie sie war, hartnäckig weiter. Vielleicht war das sogar das Beste für ihn. Denn realistische Gewinnwege habe ich keine gefunden.

Jetzt war der Zwischenstand 3,5 : 3,5. Wir warfen alle unsere Blicke in Richtung Brett 8, wo Lucas am Zug war. Nicht nur stand er nominell gegen Wilkaus besten Spieler am Brett, er hatte auch noch einen Bauern weniger. Auf dem Papier war das also so gut wie verloren. Trotzdem merkte man: Lucas spielte diesmal mit einer bemerkenswerten Ruhe. Er nahm sich für jeden Zug die nötige Zeit, rechnete mit kühlem Kopf und ließ sich nicht durch Störgeräusche oder unsere Blicke beirren.

Lucas’ Abwehrschlacht
Die Partie zog sich hin, als wären wir in einem dramaturgischen Finale. Jeder wusste, dass Lucas der entscheidende Faktor in diesem Mannschaftskampf war. Wenn er verliert, gehen wir mit leeren Händen nach Hause; wenn er hält, haben wir das Unentschieden. Während ich ab und zu aufstand und durchs Spiellokal ging, bemerkte ich, wie auch Spieler anderer Bretter (alle schon fertig) sich neugierig um Lucas’ Tisch drängten. Denn sein Gegner zog alle Register: Versuchte, mit Läuferumgruppierungen einen Durchbruch zu erzwingen, opferte vielleicht einmal einen Bauern, um in ein günstiges Bauernendspiel abzuwickeln, versuchte, mit Schachgeboten Unordnung in Lucas’ Stellung zu bringen – doch nichts verfang. Lucas blieb gelassen. Immer wieder schrieb er die Züge sorgfältig auf, blickte kurz aufs Brett, schüttelte entweder ganz leicht den Kopf oder führte genau den Gegenzug aus, der den Druck entschärfte.

 

 

 

Das ist Lucas‘ Stellung nach Zug 60. Wer sich mal richtig quälen will, der lässt sich mal fast 50 Züge lang in dieser Stellung bearbeiten. Sie ist Remis, und Lucas hielt sie auch. Großes Lob an ihn an dieser Stelle – aber schön ist was anderes ;)

Als ich auf die Mitschrift schaute, sah ich, dass wir schon jenseits der 70. Zugmarke angekommen waren. Man konnte das Knistern der Spannung buchstäblich spüren, während Lucas’ Gegner verzweifelt nach dem einen entscheidenden Hebel suchte. Dann, gegen Zug 78, passierte das große Aufatmen: Seine Stellung war so festgefahren, dass jeder Versuch, den Mehrbauern durchzubringen, nur ins Leere lief. Widerwillig sah Wilkaus Brett-8-Spieler ein, dass hier nichts mehr zu holen war, und willigte ins Remis ein.

Der erlösende Teamjubel
Mit diesem halben Punkt stand unser 4:4-Unentschieden fest. Wir waren erleichtert und tatsächlich auch ein wenig stolz, denn Lucas hatte uns gerettet. Wenn einer mit Minusbauer in ein Endspiel geht, noch dazu gegen einen so starken Gegner, rechnet man nicht unbedingt damit, dass er unser ganzes Match sichert. Aber genau das ist passiert – Lucas war der Held des Tages.

So traten wir also mit einem 4:4 im Gepäck die Heimreise an. Es war ein Gefühlsmix aus Erleichterung und ein wenig Enttäuschung, dass wir eine zwischenzeitlich komfortable Führung nicht ins Ziel retten konnten. Dennoch ist ein Mannschaftsremis gegen dieses Wilkau-Team keineswegs ein schlechter Tag. Ich bin sicher, mit Migu an Bord und einem Tick mehr Konsequenz im Angriff werden wir in den nächsten Runden wieder an unsere Stärken anknüpfen und vielleicht auch einmal ein enges Match für uns entscheiden. Aber vielleicht hat Migu für Lucas ja auch genau den Emotional Support hinterlassen, den es brauchte? Wer weiß.

Fazit
Dieser sechste Spieltag war alles andere als langweilig. Er hatte schnelle Remis, taktische Feuerwerke, Turmeinsteller, drückende Vorteile, ein episches Endspiel und vor allem eine gehörige Portion Nervenkitzel zu bieten. Wir nehmen diesen einen Punkt mit und danken unserem Ersatzmann Lucas, dem wir unser finales Unentschieden an diesem Tag ganz besonders verdanken.

Für alle lesefreudigen Schachfreunde, die sich tatsächlich meine Berichte durchlesen: Es tut mir leid, dass der Bericht diesmal so spät kam. Ich stieg im Grunde nach dem Punktspiel ins Bett und stand vor verschiedenen Krankheiten 2 Wochen lang kaum mehr auf. Und das war mehr als nur ein Männerschnupfen. Ich hoffe allerdings, dass ich die Phase, in der es mir richtig schlecht ging, genau so gelegt habe, dass ich zum nächsten Punktspiel wieder fit bin. Am 9. März empfangen wir die Schachfreunde vom VfB Leipzig. Wir freuen uns auf unsere Gäste – nur die Punkte dürften sie gerne bei uns lassen. Schauen wir, was wird!

 

 

 

 

Das Gastspiel von Team 2 in Chemnitz bei IFA

Unser Gastspiel letzten Sonntag bei IFA in Chemnitz sollte nominell eine Angelegenheit auf Augenhöhe werden, doch wir konnten uns eigentlich keinen Ausrutscher erlauben, wollten wir am Tabellenführer dran bleiben. Entsprechend vorsichtig wurden alle Partien angelegt. Gegen 11 Uhr zeichnete sich Vorteil ab an unseren Brettern 1 und 5, alle anderen standen nah an der Remisbreite. Und so einigten sich folgerichtig Dietmar, Tilo und Jens bis um 12 in ausgeglichenen Stellungen auf remis mit ihren Gegnern. Bert's leichter Vorteil wandelte sich schlagartig in eine Gewinnstellung, als sich sein Gegner an einem vergifteten Bauern vergriff. Und so gingen wir um 12 Uhr in Führung. Gerd hatte mittlerweile 2 Bauern mehr und schien auf der Gewinnstrasse. Dies war das Zeichen für unseren Frank, ebenfalls einen halben Punkt beizusteuern. Gerd brauchte zwar noch bis eins, konnte den vollen Punkt aber sicher nach Hause bringen. Blieben noch Volker und Lutz. Volker verwaltete schon seit sicherlich 10-15 Zügen ein schwieriges Endspiel mit Minusbauer, doch da sein Gegner nur noch 10min Restbedenkzeit hatte, bot er Remis an und Volker nahm selbstverständlich zum Mannschaftserfolg an. Blieb noch Lutz, der eine Stunde zuvor eine reichliche Schrecksekunde zu überstehen hatte, als sein Gegner den Gewinn einzügig wegwarf. Und nun da der Mannschaftskampf eh verloren war, stellte auch er seine Siegbemühungen ein und wir hatten mit etwas Glück und viel Geschick den 5:3 Erfolg unter Dach und Fach. Dabei leider ein paar Brettpunkte auf den Spitzenreiter eingebüßt, aber die Saison ist noch lang.