Klassenerhalt fix – und nach oben alles offen

Es gibt Mannschaftskämpfe, die fühlen sich schon beim Ankommen nach einem guten Tag an. Nicht, weil man irgendwen unterschätzt, sondern weil die Dinge irgendwie stimmen: volle Aufstellung, gute Stimmung, konzentrierte Gesichter, ein entsetzlich dämliches Spiellokal – und dieses leise Gefühl von „Heute können wir was holen“. Genau so begann unser Kampf gegen die Schachgemeinschaft Leipzig 3. Und am Ende saßen wir gemeinsam in der Gaststätte, glücklich, erleichtert und mit einem Ergebnis, das nicht nur ein Sieg ist, sondern ein richtig wichtiger Schritt in dieser Saison.

Wir waren nämlich in Vollbesetzung da: Krzysztof an Brett 1, ich (Markus) an Brett 2, Bernd an Brett 3, Kevin an Brett 4, Migu an Brett 5, Frank an Brett 6, Kai an Brett 7 und Schöni an Brett 8. Leipzig dagegen musste ordentlich improvisieren – und das zeigte sich sofort: Sie kamen nur mit sieben Spielern.

Und damit passierte etwas, das sich im ersten Moment fast falsch anfühlt: Mein Brett blieb frei.
Kampflos gewonnen. Ein Punkt, den man nicht „erspielt“, sondern bekommt – und ja, ich gebe zu: Ich hätte natürlich lieber gespielt. Aber ganz ehrlich? Für die Mannschaft nimmt man so einen Punkt gern mit. Gerade in einer Liga, in der am Ende manchmal ein halber Brettpunkt über Wohl und Wehe entscheidet, ist so ein Geschenk kein Grund zu falscher Bescheidenheit. Der Punkt stand – und damit hatten wir schon früh einen kleinen Puffer.

Während ich also plötzlich nicht selbst kämpfen musste, konnte ich mich voll aufs Beobachten, Einordnen und gelegentliche Beruhigen konzentrieren. Und relativ schnell zeigte sich: Wir standen insgesamt gut. Nicht überall glasklar gewonnen, aber an vielen Brettern so, dass man das Gefühl hatte: Wir haben das im Griff.

Kevin an Brett 4 war einer der ersten, bei dem sich das Bild abzeichnete: eine ausgeglichene Stellung, wenig Risiko, beide Seiten solide. Sein Gegner bot Remis an – und nach kurzer Absprache und ein bisschen Nachdenken nahm Kevin es an. Jedenfalls zu dem Zeitpunkt, als ihm klar wurde, dass neben ihm nur 6 und nicht 7 Mannschaftskollegen sitzen. Generell sorgte mein spielfreier Punkt für einige Konfusion unter den Leuten, die zu spät gekommen waren ... wie auch immer – es war ein pragmatischer halber Punkt, wie man ihn in einem Mannschaftskampf eben manchmal braucht: nicht spektakulär, aber absolut sinnvoll, wenn das Gesamtbild stimmt.

Am spannendsten war es – wie so oft – vorne. Bei Krzysztof am ersten Brett gab es zwischendurch den einzigen Moment, der so richtig nach „Uff…“ schmeckte. Nach einer richtig guten Eröffnungsphase sah es plötzlich so aus, als hätte er einen Bauern eingebüßt. Aber je länger man hinsah, desto klarer wurde: Das ist kein simples „Bauer weg = verloren“. Es ging in ein Endspiel mit Schwerfiguren, viel Dynamik, vielen kleinen Ressourcen. Und Krzysztof wäre nicht Krzysztof, wenn zum einen die Polen ihre Namen und Begriffe nicht unheimlich kompliziert schreiben würden, aber vor allem, wenn er aus einer unangenehmen Lage nicht wieder ein Brett machen würde, das für den Gegner einfach mühsam zu knacken ist.

Dahinter – und das war für mich eigentlich das Schönste an diesem Tag – spielte die Mannschaft sehr geschlossen und kontrolliert. Kein wildes Überziehen, kein „Ich muss jetzt unbedingt gewinnen und werfe alles“, sondern dieses ruhige: Stellung lesen, Chancen mitnehmen, Risiken vermeiden.

Bernd hatte lange Zeit eine Stellung, die wirklich nach mehr aussah. Da waren Momente, in denen man denkt: „Wenn jetzt der richtige Hebel kommt, dann kippt das.“ Aber am Ende wickelte es sich in ein Endspiel ab, das keine offenen Flanken mehr hatte, kein zweites Angriffsziel, keine echte Durchbruchsidee: Springer und jeweils drei Bauern auf einer Seite. Das ist nicht der Stoff, aus dem Heldensagen werden – aber es ist der Stoff, aus dem man halbe Punkte baut. Remis. Solide. Und im Mannschaftskampf oft genau die richtige Medizin.

 

Das hier war eine spannende Stellung. Als ich am Brett vorbeilief, habe ich mich gefragt, ob b2 nicht einfach gewinnt ... natürlich muss man dabei genau rechnen. b2 wirkt erst einmal wie ein heftiger Gewinnzug, aber dann bemerkt man das Gegenspiel mit Se6+. Aber ganz nüchtern betrachtet wäre eben 1. ... b2 2. Se6+ Kg8 3. Sxf8 Kxf8 der Sieg gewesen, weil Schwarz einfach einen Mr. Hü mehr behält.

Kai ließ seine Partie später ebenfalls in ruhiges Fahrwasser laufen: Remis. Kein Drama, kein Zittern – einfach eine kontrollierte Abwicklung. Damit wurde immer deutlicher: Wir sind heute nicht auf „ein Brett muss retten“, sondern auf „wir ziehen das als Team durch“.

Der Moment, der das Ganze dann richtig in unsere Richtung schob, kam von Frank.
Während an den hinteren Brettern überall kleine Vorteile standen – hier ein aktiverer Turm, da ein angenehmer Mehrbauer, dort bessere Figurenkoordination – war es Frank, der das erste Mal wirklich einen vollen Punkt auf die Anzeigetafel hämmerte. Er wickelte seine Partie ganz unspektakulär mit einem kleinen Vorteil nach dem anderen in einen Gewinn ab.

Und dann kam Migu.

Ich hatte zwischendurch noch ein bisschen Sorge bei ihm, weil er früh viel Zeit verbraucht hatte. Das ist so ein klassisches Gefühl: Stellung okay, aber die Uhr macht einem Bauchschmerzen. Nur: Migu hatte etwas in der Hand, das Zeitnot oft erträglicher macht – eine Qualität mehr. Und er spielte das am Ende genauso, wie man es sich wünscht: ohne Hektik, ohne unnötige Komplikation, einfach Schritt für Schritt. Ganz solide zum Sieg geführt. Kein „Gerade so“, kein „mit Tricks gerettet“, sondern ein sauberer technischer Punkt.

 

Also wenn man Migu eines nicht absprechen kann, dann ist das sein Verständnis für aktive Figuren. Hier kam einfach 1. ... Tcd8!! und Schwarz steht wirklich schon auf Gewinn. Jeder ist eingeladen, den Gewinn selber durchzurechnen, aber Weiß hat hier im Grunde keinen guten Zug mehr.

Damit waren wir bei 4,5 Brettpunkten – und damit stand fest: Der Mannschaftskampf ist gewonnen.
Und noch wichtiger: Der Klassenerhalt ist damit praktisch fix. Diese Saison kann jetzt kommen, was will: Die Sachsenliga bleibt.

Zu diesem Zeitpunkt liefen noch zwei Partien: Schöni am letzten Brett und Krzysztof am ersten. Bei Schöni hatte es zwischendurch nach richtig guten Chancen ausgesehen – Mehrbauer, aktives Spiel, Druck. Man dachte: „Wenn er das durchdrückt, wird’s richtig deutlich.“ Aber Schöni wäre nicht Schöni, wenn er nicht so schön wäre ... dafür aber viele Gewinnstellungen noch vergeigt. Sein Gegner verteidigte sich zäh, fand irgendwann die Ressourcen, und am Ende blieb nur ein Remis. Einer dieser halben Punkte, wo man kurz denkt „da war mehr drin“, aber wo man gleichzeitig weiß: Im Mannschaftsergebnis ist es völlig okay.

Und dann Krzysztof.
Der hatte am Ende dieses Turmendspiel mit einem Bauern weniger – so ein Endspiel, das aus der Entfernung wie „das wird schwer“ aussieht und aus der Nähe wie „hier kann man sich festbeißen“. Und genau das tat er – in einer Partie, in der die heftigen Einsteller nur so durch die Gegend flogen. Er hielt das Ding, nervenstark, konzentriert, bis der Gegner akzeptieren musste: Mehrbauer hin oder her – das ist nicht zu knacken. Remis.

Als der letzte Handshake gemacht war, stand da ein Ergebnis, das sich richtig gut anfühlt:
Zwickauer SC – SG Leipzig 3: 5,5 : 2,5

Und dann kam dieser zweite Teil eines Mannschaftskampfes, den man fast genauso liebt wie das Schach selbst: das Verlassen dieses grotesken Witzes eines Spiellokals und das Zusammensitzen danach. Dieses Nachglühen. Das Lachen, das Analysieren, das „Ach, da hätte ich…“, das „Zum Glück hab ich…“ – und vor allem dieses gemeinsame Gefühl: Wir haben das als Team kontrolliert.

Sachsenliga, wir bleiben! Und vielleicht kommt ja noch mehr raus!

Ja, ein paar Siege wurden verpasst – Bernd hätte vielleicht mehr holen können, Schöni hatte Chancen. Und ich selbst hätte lieber richtig gespielt als kampflos zu gewinnen. Aber genau das macht’s so rund: Es war kein Zufallssieg, kein Chaos, keine Rettung in letzter Minute. Es war ein Tag, an dem wir als Mannschaft stabil waren.

Und das Schönste: Mit diesem Sieg stehen wir nicht nur sicher, wir stehen sogar wieder richtig gut da. Acht Mannschaftspunkte, Platz zwei – und plötzlich ist da wieder diese Perspektive: Wenn gegen Hoyerswerda ein gutes Ergebnis kommt, dann geht’s nicht nur ums Drinbleiben. Dann haben wir jede Chance auf einen richtig guten Tabellenplatz.

Wie es am Ende der Saison ausgeht? Werden wir sehen.
Aber dieser Tag war einer, den man gern im Kopf behält: ein klarer Sieg, eine geschlossene Teamleistung, ein Spitzenbrett, das sich festbeißt, ein technischer Sieg von Migu, der Deckel drauf – und am Ende gemeinsames Feiern, weil wir wissen: Diese Saison wird eine, auf die wir mit Freude zurückschauen werden.

Vor unserer nächsten Punktspielrunde der Erwachsenen am morgigen Sonntag stand heute der letzte Spieltag in der Bezirksklasse u16 auf dem Programm. Es ging um nichts weniger als den Aufstieg in die Bezirksliga und unsere Jungs knieten sich voll rein. Leider fuhren wir nur zu dritt nach Chemnitz zum CSC Aufbau, aber wir hatten ja immerhin zwei Brettpunkte Vorsprung. Die erste Runde des Tages konnten wir mit 2,5:1,5 für uns entscheiden mit Bretterfolgen von Til und Magnus bei einem Remis von Dmitrij. Damit fiel die 1,5:2,5 Niederlage in der zweiten Runde des Tages nicht wirklich ins Gewicht. Die Jungs sind

Aufsteiger in die Bezirksliga! Herzlichen Glückwunsch! 

Und viel Erfolg im kommenden Spieljahr in der Bezirksliga. Die Punkte holten Theodor mit 1 aus 2, Dmitrij mit 1 aus 2, Til mit 6 aus 6 (!!) und Magnus mit 5 aus 6. 

 

1.Regionalolympiade im Schulschach 2026 – mit Theo und Lenny

von Markus Bindig

Haste 'ne 4 bleibste hier

Vom jüngsten Schüler bis zum Studenten weiß jeder, dass man sich mit der Note 4 – in Worten auch „ausreichend“ genannt – gerade so durchmogelt. Gleichzeitig wirkt sie auch nicht so richtig befriedigend – sonst wäre sie ja wenigstens eine 3. Ähnlich ging es unserer Scheffelbergschule bei der Regionalolympiade im Schulschach, die ganz knapp an Platz 3 vorbeischrammte und den undankbaren vierten Platz belegte. Anders als bei Schulnoten ist das bei einer starken Konkurrenz aus 16 Mannschaften allerdings tatsächlich ein gutes Ergebnis, das so unerwartet kam, wie es ganz am Ende ärgerlich war.

Die Schulschacholympiade und unser Team

Die Schulschacholympiade unserer Region folgt dem Mannschaftssystem: Es spielen Mannschaften gegeneinander, die aus je 4 Spielern bestehen. Die Ergebnisse an den einzelnen Brettern werden am Ende zusammengerechnet, und wer aus den 4 Partien mehr als zwei Punkte erreicht, der gewinnt.

Unser Team bestand aus den Viertklässlern Jacob und Tillmann sowie aus Aidan, Lenny (Gerd™s Enkel!) und Pierre aus der dritten Klasse. Mit 5 Spielern hatten wir den Luxus, dass immer einer davon eine Runde Pause für sich beanspruchen konnte. Betreut wurden sie von Markus (also von mir) vom Zwickauer SC, und von Herrn Weisheit von der Scheffelbergschule. Es war unsere erste Schulschacholympiade, sodass es unmöglich war vorherzusagen, was uns erwarten würde. Wichtig war mir, dass es ein schönes Teamerlebnis sein würde, bei dem wir uns so gut wie möglich schlagen – und das sollten wir.

 

Die Aula der Plauener Friedensschule

In aller Kälte fuhren wir am Mittwochmorgen, dem 21.01.2026, zur Friedensschule in Plauen, in deren großer Aula das Turnier stattfand. Insgesamt 16 Mannschaften fanden ihren Weg dorthin, sodass in dem Spielsaal trotz seiner Größe reichlich Gewusel herrschte. Aufgrund des Austragungsortes waren vor allem Vertreter aus Plauen in großer Zahl vertreten, doch auch aus Zwickau waren unter anderem die Dittes-Grundschule und unsere Nachbarn aus der Benz-Grundschule dabei.

Frühe Erfolge

Die erste Runde verlief klar zu unseren Gunsten. Gegen die Astrid-Lindgren-Grundschule aus Plauen griff Pierre zwar fehl, doch seine Teamkameraden holten mit 3 Siegen die Kohlen aus dem Feuer: 3:1 für uns. In der zweiten Runde machte Pierre eine Pause und ließ Tillmann spielen. Der hatte an diesem Tag seinen großen Auftritt und spielte ein wirklich gutes Turnier. Gegen die Grundschule Neundorf trug er einen wichtigen Sieg bei, nachdem Lenny den Sieg davongetragen und Jacob einen halben Punkt beigesteuert hatte. Mit einem knappen 2½:1½ kam der zweite Sieg zusammen. Das hob die Stimmung in unserer Mannschaft sehr weit, obwohl ich wusste, dass die richtig guten Gegner uns erst noch bevorstanden...

Erste Rückschläge

Leider warteten die ersten Enttäuschungen in diesem Turnier ausgerechnet gegen die Mannschaften aus Zwickau auf uns. Gegen die Dittes-Grundschule setzte Jacob an Brett 1 aus ... Alle anderen rückten auf, und alle vorderen Bretter gingen unglücklich krachen. Lediglich Tillmann am letzten Brett sorgte für unseren Ehrentreffer in unserer 3:1-Niederlage.

 

 

Der Mannschaftskampf gegen die Carl-Benz-Schule. Deren Theo an Brett eins holte 7/7 Punkte.

Danach kam das ganz große Lokal-Derby: Unsere Mannschaft, die zum Großteil aus dem Hort des Regenbogenlandes bestand, spielte gegen die Regenbogenschule Carl-Benz. In diesem farbenfrohen Duell hatte Jacob leider keine Chance an Brett 1. Sein Gegner war unser Theo vom Zwickauer Schachclub, der sich in diesem Turnier sichtlich langweilte: Er wurde am Ende mit 7 Punkten aus 7 Partien der beste Spieler am ersten Brett. Die anderen Partien waren durchwachsen. Lenny schlug mit einem Sieg an Brett 3 zurück, während Pierre und Aidan sehr durchwachsene Partien spielten. Beide konnten ihre guten Stellungen nicht ausnutzen – Aidan schaffte leider nur ein Remis, während Pierre sogar noch verlor. Damit waren wir mit einer knappen 1½:2½-Niederlage wieder im Mittelfeld.

Der Endspurt

Nach diesen Rückschlägen loste uns das Turniersystem wieder eine machbarere Mannschaft zu: Gegen die Mädchen der Karl-Marx-Schule aus Plauen setzte Lenny aus, nur um seinen Kollegen dabei zuzusehen, wie sie die Damen mit 4:0 überrollten. Mit diesem überwältigenden Vorstoß kam die Mittagspause – und nach ihr der Endspurt.

Mit einem 2:2 in der vorletzten Runde lagen wir bei 7:5 Punkten auf Platz 3, zusammen mit vier anderen Teams. Damit war klar, dass in der letzten Runde nur ein Sieg etwas wert war – und es sollte wirklich spannend werden.

Jacob verlor leider sehr früh seine Partie und brachte einen bitteren Rückschlag, doch Lenny brachte uns erneut mit einem vollen Punkt zurück ins Spiel. Das Match zog sich lange hin: Pierre war in großen Problemen, doch er wurde mit einem ganzen Figurensatz weniger plötzlich überraschend pattgesetzt – eine Sonderregel im Schach, bei der die Partie trotz großen Vorteils im Unentschieden endet. Damit stand es 1½:1½ und nur Aidan spielte noch. Er hatte einen großen Materialvorteil und stand bereits kurz davor mattzusetzen. Doch leider passierte bei ihm genau dasselbe: Er ließ seine Dame auf genau dem einen Feld los, wo er seinen Gegner pattsetzte.

Damit war der Mannschaftskampf unentschieden und die Chance auf den dritten Platz vertan. Das ist sehr schade, aber angesichts der glücklichen Fügung in Pierres Partie am Ende vielleicht auch gerecht.

Eine tolle Mannschaftsleistung

Ein Misserfolg in der letzten Runde ist immer ein Dämpfer, aber hätte man uns vor dem Turnier gesagt, dass wir Vierter würden, hätten wir das sicher für ein starkes Ergebnis gehalten. Mir war es vor allem wichtig, dass unsere Kinder einmal so ein Turnier erleben können und dort als Mannschaft spielen und zusammenhalten. Genau das hat wirklich gut geklappt. Es gab allseits gute Stimmung, keine Vorwürfe bei Missgeschicken, viel Zusammenhalt und am Ende ein Erlebnis, das allen Spaß gemacht hat. Wir danken allen, die uns dabei unterstützt haben, allen voran dem Regenbogenland und dem Klassenlehrer von Lenny und Aidan, Herrn Franke. Die Benz-Schule ist sicher dankbar für Herrn Wiemann und für meine Vereinskollegin beim SVM Wilkau-Haßlau, Sylvia Bloß. Und wollen wir nicht Gerd vergessen, der Lenny all das gute Schach beigebracht hat, das ihn hat 4½ aus 6 hat holen lassen!

Wir sind um einen halben Punkt an Platz 3 vorbeigeschrammt, der uns sogar die Qualifikation zur Landesolympiade gebracht hätte – aber so waren wir leider nur Platz 4 und bleiben hier. Wir spielen eben Schach und nicht Vier Gewinnt.

Unser Team v.l.n.r.: Aidan, Lenny, Pierre, Jacob; vorn: Tillmann; im Hintergrund: Markus und Herr Weisheit

Der Spieltag begann eigentlich ganz normal. Heimspiel, vertrauter Spielsaal, die üblichen Routinen: Bretter aufbauen, Uhren stellen, zu spät kommen, Kaffee sichern, kurz über die anderen Ergebnisse der Liga spekulieren. Nur der Blick auf den Spielberichtsbogen erinnerte daran, dass es kein gewöhnlicher Nachmittag werden würde. Mit dem VfB Leipzig war eine der stärksten und ausgeglichensten Mannschaften der Sachsenliga zu Gast – eine Truppe, die sowohl Oberliga-Erfahrung als auch beeindruckende junge Talente mitbringt.

Wir mussten zudem auf zwei Stammkräfte verzichten: Bernd an Brett 3 und Schöni an Brett 8 standen nicht zur Verfügung. Stattdessen rückten Lucas und Stefan ins Team. Lucas erhielt Weiß an Brett 8, Stefan übernahm an Brett 7 erneut die Opferrolle mit Schwarz – inzwischen bereits zum fünften Mal in dieser Saison. Es passte zur Grundstimmung: Wir waren motiviert, wussten aber, dass wir an diesem Tag auf jedem Brett gefordert sein würden.

Die restliche Aufstellung war vertraut:
Brett 1: Krzysztof
Brett 2: Markus
Brett 3: Kevin
Brett 4: Migu
Brett 5: Frank
Brett 6: Kai
Brett 7: Stefan
Brett 8: Lucas

Auf dem Papier eine ordentliche Formation – gegen Leipzig allerdings nur dann konkurrenzfähig, wenn wir als Mannschaft konzentriert, zäh und möglichst fehlerarm auftreten.


Frühe Friedenspfeifen an den Spitzenbrettern

Der Mannschaftskampf nahm schachlich eher leise Fahrt auf. An Brett 2 saß ich mit Weiß am Brett und wurde schon früh in eine Variante geleitet, die im Grunde auf ein Remis hinauslief.

Nach nur 13 Zügen stand schon eine Zugwiederholung auf dem Brett. Aus Sicht eines Mannschaftsführers mag ein halber Punkt in Ordnung sein – aus Sicht eines Weißspielers fühlt sich ein so frühes Remis eher wie eine verpasste Gelegenheit an. Genau in diesem Spannungsfeld blieb das Ergebnis hängen: solide, aber unbefriedigend.

An Brett 1 war die Situation schachlich ähnlich ruhig, aber psychologisch ganz anders zu bewerten. Krzystof verteidigte sich mit Schwarz sehr konzentriert, erreichte recht früh eine vollständige Ausgleichsstellung und nahm nach 14 Zügen ein sicheres Remis mit. Gegen einen starken Leipziger Spieler, dazu noch mit den schwarzen Steinen, ist das ein Ergebnis, mit dem man durchaus zufrieden sein kann. Aus Mannschaftssicht neutralisierten sich die beiden Resultate: ein „zu kurzes“ Remis mit Weiß, ein „sehr ordentliches“ Remis mit Schwarz – in Summe 1:1 und noch alles offen.


Erste Risse im Fundament

Im Mannschaftskampf spürt man oft, noch bevor die Ergebnisse offiziell feststehen, wohin die Tendenz geht. Ein Blick in die Gesichter reicht manchmal. An Brett 5 und 6 begann dieser Blick problematischer zu werden.

Frank erwischte an Brett 5 keinen guten Tag. Er geriet früh in eine Stellung, in der er dauernd kleinere Probleme lösen musste und nie wirklich zu seinem Spiel fand. Der Leipziger Gegner nutzte das Schritt für Schritt aus, verstärkte den Druck und ließ Frank immer weniger Luft zum Atmen. Am Ende kam ein ekliger Fehler und die erste Niederlage des Tages.

Kai an Brett 6 fand sich ebenfalls in einer unangenehmen Stellung wieder. Kevin hatte ihn vor der Partie gewarnt, dass sein Gegner jeden Bauern nimmt, der ihm angeboten wird. Er hatte allerdings den Hinweis vergessen, dass das auch für ganze Türme gilt.

Stefan an Brett 7 hielt sich dafür umso tapferer. Er geriet zwar unter Druck, fand aber immer wieder Ressourcen, die Stellung zusammenzuhalten. Sein Gegner ließ eine günstige Gelegenheit aus und die Partie verflachte schließlich ins Remis.


Ein Wolf im Gebüsch und die Launen der Zeitnot

Während unsere Stellungen schwankten, blieb die Atmosphäre im Spielsaal äußerlich ruhig. Innerlich sah das vermutlich bei keinem von uns so aus. In der Zeitnotphase rund um den 40. Zug kulminieren im Mannschaftskampf häufig alle Emotionen gleichzeitig: Hoffnung, Nervosität, leichte Panik, gepaart mit der nüchternen Erkenntnis, dass die Uhr gnadenlos weiterläuft.

Irgendwo zwischen Zug 30 und 35 kam es dann zu einer Szene, die man eher bei einem Kinderfest als in der Sachsenliga erwarten würde. Draußen vor dem Fenster raschelte es im Gebüsch, und mehrere Spieler – beider Mannschaften – warfen gleichzeitig einen irritierten Blick nach draußen. Für einen kurzen Moment ging das Gerücht durch den Raum, dort sei ein Wolf gesichtet worden. Wahrscheinlicher war es ein sehr selbstbewusster Hund oder eine Katze mit übersteigertem Geltungsdrang, aber für ein paar Sekunden lag ein Hauch von Märchenwald über dem Spielsaal.

Ob der vermeintliche Wolf konkrete Auswirkungen auf die Qualität der Züge hatte, lässt sich schwer nachweisen. Aber zumindest einige irritierte Blicke, leicht verzögerte Züge und ein paar nervöse Schmunzler gehen sicher auf sein Konto. Der Rest des Kampfes blieb dann jedoch sehr irdisch – die eigentlichen Dramen spielten sich weiterhin auf den 64 Feldern ab.

Besonders tragisch verlief die Partie von Lucas an Brett 8. Er hatte zwischenzeitlich eine Stellung erreicht, in der durchaus etwas für ihn zu holen schien. Aktivere Figuren, brauchbare Ideen – es sah nicht schlecht aus. Doch die Uhr wurde zum entscheidenden Gegner. Mit schwindender Bedenkzeit stieg die Fehleranfälligkeit. Aus einer ordentlichen Stellung wurde nach und nach eine prekäre, bis schließlich der entscheidende Fehler passierte und die Position in sich zusammenfiel. Die Aufgabe zur Zeitkontrolle herum war die logische Folge, aber sie tat weh – sowohl für Lukas als auch für den Mannschaftskampf insgesamt.

Eine kleine Aufgabe: Schwarz ist am Zug und wollte eigentlich erst einmal nur die Züge mit Sg1+ wiederholen ... mit etwa 9 Sekunden auf der Uhr verzog er plötzlich überrascht das Gesicht: Welchen Gewinnzug hat er auf einmal gesehen? 


Kevin, die Vernunft und der Ehrenpunkt

Zu diesem Zeitpunkt war die Lage bereits kritisch. Wir lagen spürbar zurück, und es stellte sich die Frage, ob an den verbleibenden Brettern noch genug Potenzial für eine spektakuläre Aufholjagd vorhanden war oder ob Schadensbegrenzung das sinnvollere Ziel sein würde.

Kevin an Brett 3 hatte mit Schwarz eine Partie gespielt, die man in Lehrbüchern als beispielhafte „solide Verteidigung ohne Übertreibung“ präsentieren könnte. Er stand nie wirklich schlecht, aber eben auch nie klar besser. Es war ein kontrollierter Balanceakt, eine Stellung, die eher nach Remis roch als nach Sieg oder Niederlage. Solche Partien werden oft durch äußere Faktoren entschieden: Zwischenstand im Mannschaftskampf, Tagesform, Risikobereitschaft.

Als sich abzeichnete, dass der Mannschaftskampf insgesamt verloren gehen würde – wir lagen bereits deutlich zurück – entschied sich Kevin, das naheliegende Remis zu akzeptieren. Aus schachlicher Sicht war diese Entscheidung vollkommen vernünftig. In einer ausgeglichenen Stellung auf Biegen und Brechen weiterspielen zu wollen, nur um einem verlorenen Mannschaftskampf hinterherzulaufen, wäre kaum zu rechtfertigen gewesen. So steuerte er einen stabilen halben Punkt bei und unterstrich einmal mehr, dass man auch mit Schwarz gegen starke Gegner solide und zuverlässig punkten kann.

Bleiben wir bei den positiven Aspekten: Migu an Brett 4 sorgte für das schachliche Highlight aus unserer Sicht. In einer komplexen Stellung gelang es ihm, den gegnerischen König in taktische Schwierigkeiten zu verwickeln. Aus einem scheinbar harmlosen Mittelspiel entstand plötzlich ein Feuerwerk aus Drohungen, Zwischenschachs und versteckten Motiven. Irgendwo in diesem Geflecht schätzte sein Gegner eine Kombination falsch ein, und Migu nutzte die Gelegenheit eiskalt: Am Ende verabschiedete sich ein gegnerischer Turm vom Brett, während nur eine Leichtfigur als Kompensation übrigblieb.

Mir gefiel das Angriffsschach von Migu hier sehr. Der hängende e-Bauer war ihm egal. Er spielte 28. f5! Dxe4 29. fxg6 hxg6? -- und dann war plötzlich die Qualität weg.

Mit 30. Sc7 sind sowohl f7 als auch a8 angegriffen.

Natürlich war die Partie damit noch nicht automatisch gewonnen. Mit Turm gegen Leichtfigur kann man vieles richtig, aber auch einiges falsch machen. Es folgte ein längerer technischer Abschnitt, in dem Migu sehr konzentriert blieb, die Stellung Schritt für Schritt vereinfachte und schließlich in ein klar gewonnenes Endspiel überleitete. Nach viel Hin und Her, mehreren genauen Zügen und einem letzten Verteidigungsversuch seines Gegners war der Punkt schließlich sicher. Dieser Sieg war unser Ehrenpunkt – im besten Sinne des Wortes: sauber herausgespielt, kämpferisch und schachlich überzeugend.


Endstand, Einordnung und Ausblick

Am Ende stand ein 3:5 aus unserer Sicht. Mit den halben Punkten von Krzysztof, Markus, Kevin, Stefan und dem vollen Punkt von Migu kamen wir auf drei Zähler, während Leipzig auf fünf Punkte kam und den Mannschaftskampf für sich entschied. Das Ergebnis spiegelt den Gesamteindruck recht gut wider: Wir waren nicht chancenlos, aber Leipzig war über den gesamten Vormittag hinweg die stabilere Mannschaft.

Die Leipziger spielten ihre Erfahrung und ihre Breite im Kader aus. Sie ließen sich von keinen äußeren Einflüssen – weder Zeitnotpanik noch angeblichen Wölfen im Gebüsch – aus der Ruhe bringen, nutzten unsere Patzer konsequent und hatten an mehreren Brettern die bessere Kontrolle über kritische Momente. Gemessen an den Stellungen und an der Fehlerquote geht der Sieg vollkommen in Ordnung.

Wir gratulieren dem VfB Leipzig herzlich zu diesem Erfolg und wünschen ihnen viel Erfolg im weiteren Kampf um die Spitzenplätze der Sachsenliga. Die Mannschaft ist stark, jung, ausgeglichen und definitiv ein Kandidat für ganz oben.

Für uns selbst bleibt festzuhalten: Wir spielen weiterhin gegen den Abstieg und wissen, dass in dieser Liga jeder halbe Punkt zählt. Trotz dieser Niederlage stehen die Chancen gut, die Klasse zu halten, wenn wir in den kommenden Runden unsere Fehlerquote senken und mehr aus den guten Stellungen machen, die wir uns erarbeiten. Der Spieltag war ein Rückschlag, aber keiner, der uns das Rückgrat bricht.

Am Ende bleibt die Erinnerung an einen intensiven Mannschaftskampf mit starken Gegnern, lehrreichen Partien, einem sehenswerten Sieg an Brett 4 – und einer kurzen Episode, in der halb Zwickau glaubte, ein Wolf hätte sich für Schach interessiert. Wenn man schon verliert, dann immerhin mit einer Geschichte, die man über Generationen hinweg noch erzählen kann.

 

 

 

Die beiden Bezirksklassen-Teams auch voll im "Soll"

Auch für unsere anderen beiden Teams ging es zu Jahresbeginn um ordentliche Ergebnisse für die Saisonzielstellungen. Und in der 1.Bezirksklasse geschahen für unsere 2.Mannschaft sehr positive Dinge. Unsere schärfsten Aufstiegsgegner aus Waldkirchen leisteten sich einen Patzer beim VSC und wir selbst fertigten unseren Gegner aus dem Tabellenkeller Raschau souverän mit 6:2 ab. Sehr erfreulich war dabei, dass wir uns keine Verlustpartie leisteten und bei 4 Siegen von Bert, Volker, Tilo und Burghard vier Partien remisierten. Damit sind wir zurück an der Tabellenspitze und erster Aufstiegskandidat, wenn man dem LigaOrakel glauben darf.

 

Auf unsere 3.Mannschaft in der 2.Bezirksklasse wartete zum Jahresbeginn mit dem SC Sachsenring ein ziemlich schwerer Brocken, doch sie schlug sich sehr wacker. Nominell sollten wir eigentlich nicht wirklich eine Chance auf Punkte haben, doch wie das eben immer so läuft. Leider gerieten wir zwar leider früh in Rückstand, als Paul seine Stellung nicht mehr halten konnte. Doch mehr ließen wir erstmal nicht zu. Es folgten das sehr ordentliche Remis von Theodor und die erwarteten Remisen von Mario und Jens. Leider fand Lutz im Mittelspiel nicht die Gewinnfortsetzung und auch nur remis, das könnte weh tun. Blieben noch drei laufende Partien, wobei Björn auf Gewinn stand, Roland kritisch und Leon ausgeglichen. Da ging noch was. An Brett 8 geschahen dann leider wundersame Dinge. Unser Leon war freundlicherweise kurzfristig zu seinem allerersten Punktspiel eingesprungen und schlug sich achtbar. In ausgeglichener Stellung unterlief ihm leider ein Dameneinsteller (das ist allen schon passiert am Anfang) und wurde anschließend Matt gesetzt. Doch die Kuriosität kommt erst noch. Sein Gegner hatte die Zeitkontrolle nicht geschafft, keiner hatte es bemerkt (Leon kannte die exakten Regeln noch nicht) und als es bemerkt wurde, ging "Matt" leider vor "Blättchenfall" - sehr schade. Björn konnte anschließend zwar noch verkürzen und Roland seinen Laden zum Remis zusammenhalten. Doch so stand am Ende eine 3,5:4,5 Niederlage, wobei wir uns sehr ordentlich aus der Affäre gezogen haben und das Ergebnis auch hätte andersrum ausgehen können.

 

 

Was soll man sagen? Wir wussten, dass es irgendwann einmal auch schlecht laufen könnte.

Am vergangenen Wochenende traten wir auswärts bei Turm Leipzig an. Wie schon beim letzten Auswärtsspiel fehlte erneut Frank, für den wieder unser Mannschaftsleiter Stefan ans achte Brett nachrückte. Unsere Aufstellung lautete damit: Krzysztof an Brett 1, ich selbst (Markus) an Brett 2, Bernd, Kevin, Migu, Kai, Schöni und Stefan.

Die Startphase

Der Mannschaftskampf begann zunächst durchaus vielversprechend. Unsere Schwarzbretter kamen insgesamt problemlos aus der Eröffnung, ohne früh unter Druck zu geraten. Auch an den Weißbrettern sah es größtenteils ordentlich aus: Migu erhielt eine Stellung, die ihm klar lag, und Schöni spielte an Brett 7 eine Variante, die er gut kannte und sicher behandelte. Bei Krzysztof und Bernd war die Lage nach der Eröffnung noch unklar, aber nichts deutete zu diesem Zeitpunkt auf größere Schwierigkeiten hin.

Frühzeitig erreichte Stefan mit der ereignislosesten Eröffnung der Schachgeschichte eine ausgeglichene Stellung und einigte sich relativ schnell mit seinem Gegner auf ein Unentschieden – zu diesem Zeitpunkt ein Ergebnis, das gut ins Gesamtbild passte.

Kurz darauf schien der Kampf sogar klar in unsere Richtung zu kippen. Migu gewann an Brett 5 durch eine schöne taktische Wendung einen Bauern. Zwar bekam sein Gegner dafür etwas Aktivität, doch die Stellung wirkte verheißungsvoll. Noch deutlicher wurde es an Brett 6: Kai manövrierte mit Schwarz sehr trickreich auf einen Damenfang hin. Die gegnerische Dame griff auf a7 einen Bauern, wurde dort eingesperrt und konnte nicht mehr entkommen. Obwohl die Stellung nur so nach Gefahr schrie, übersah sein Gegner Kais trickreiche Idee, einfach einzügig die Dame zu fangen – und stand plötzlich mit einem ganzen Turm weniger da. Kai verwertete den Vorteil souverän. Auch Migu konnte seine Stellung konsolidieren, später einen zweiten Bauern gewinnen und seine Partie recht zügig für sich entscheiden. Zwischenzeitlich lagen wir damit zwei Punkte vorn.

Kevin stand zu diesem Zeitpunkt ebenfalls gut. Nur Krzysztofs Partie an Brett 1 blieb schwierig zu bewerten, Bernds Stellung wirkte aus der Ferne stets etwas wackelig, und an meinem eigenen Brett begann mein Gegner langsam Wege zu finden, um Druck aufzubauen. Dennoch sah es insgesamt nach einem guten Tag aus, zumal Schöni an Brett 7 weiterhin sehr ordentlich stand.

Der Umschwung

Dann jedoch kippte der Mannschaftskampf innerhalb kürzester Zeit. Bernd unterlief ein grober Fehler, der ihn eine ganze Qualität ohne jede Kompensation kostete. Die Stellung war sofort verloren, und er gab unmittelbar auf. Kurz darauf geriet auch Krzysztof immer tiefer in Schwierigkeiten. Seine Stellung wirkte zunehmend so, als wolle er das Brett schon für die nächste Partie aufbauen: Der Turm wanderte nach h1 zurück, der Springer nach g1 – und der König war bereit, wieder zur Mitte zurückzulaufen. Wenig später verlor er damit in letzter Konsequenz seine Dame und musste die Partie ebenfalls aufgeben.

Fast zeitgleich entschied sich auch meine eigene Partie negativ. Mein Gegner wird mir zustimmen, dass wir beide im Mittelspiel sehr viel übersahen; nur habe ich die Stellung noch deutlich schlimmer malträtiert. Er konnte meine Figuren mit viel Druck in der Mitte binden und gleichzeitig einen starken Königsangriff aufbauen. Nach einer zugegebenermaßen recht schönen Kombination meines Gegenübers war dann der Sack gefroren. Plötzlich lagen wir einen Punkt hinten.

Die letzte Hoffnung

Damit ruhten alle Hoffnungen auf Kevin und Schöni. Kevin konnte liefern: Sein Gegner übersah eine klassische Endspiel-Taktik aus dem Lehrbuch, wodurch Kevin einen Mehrbauern gewann und eine nicht mehr zu haltende Gewinnstellung erreichte. Er verwertete diese ohne größere Schwierigkeiten und stellte den Mannschaftskampf noch einmal auf Ausgleich.

Die letzte laufende Partie war damit die von Schöni an Brett 7. Ausgerechnet er hatte zwischenzeitlich eine klar gewonnene Stellung, verdarb diese jedoch Zug um Zug, ließ seinem Gegner immer mehr Gegenspiel und stellte nach und nach das vorhandene Mehrmaterial ein. Zwischenzeitlich hatte sein Gegner sogar die Möglichkeit auf Dauerschach, entschied sich jedoch, auf Gewinn zu spielen. Die Partie schwankte mehrfach hin und her, Chancen waren weiterhin da – doch am Ende gelang es Schöni nicht einmal mehr, das Remis zu halten. Er verlor die Partie, und damit ging auch der Mannschaftskampf mit 3,5 : 4,5 verloren.

Fazit

Die Niederlage war denkbar knapp und deshalb besonders bitter – vor allem, weil wir unterwegs so viele Chancen liegen gelassen hatten. Gleichzeitig muss man aber auch anerkennen, dass sie wohl verdient war: Zu viele Fehler auf einmal an zu vielen Brettern lassen sich nicht wegdiskutieren. Schöni brachte es nach dem Kampf treffend auf den Punkt: Mit vier Niederlagen kann man keinen Mannschaftskampf gewinnen. Dieser Einsicht konnten wir am Ende alle nur bedächtig nickend zustimmen.

Highlights

Brett 5: Rivera Boris – Czeisz

Bis hierhin hatte Migus Gegner sich noch mehr oder weniger gut gewehrt, aber er fand nicht die richtigen Momente, um wirklich auszugleichen. An dieser Stelle ist die Dame überlastet, weil sie sowohl den Vorstoß nach e6, als auch den Turm auf d4 decken muss. Migu spielte hier einfach 30. e6 und alle Messen waren gelesen, wenn er sich auch noch ein paar Züge lange wehrte. Das war Nach Kais Sieg unser zweiter früher Punkt.

Brett 3: Hiemer - Otto

Bernd hatte in seinem letzten Zug sehr unglücklich den Springer nach e4 gezogen. Wenn er zuerst noch den a-Turm ins Spiel bringt, kann nicht viel anbrennen. Sein Gegner war genau in diesem Moment aber voll auf der Höhe.

In der Partie geschah nach 27. Se4?? das starke 27. ... Sh4!! 28. De2 Sf3+ und die Fesselung auf der f-Linie schlägt voll durch. Dxf3 Txe5 ... und so schnell ist die Partie aus ...

Brett 2: Große - Bindig

Schwarz hatte zuletzt 34. ... Dg5 gespielt, aber an der Stelle war eine gute Verteidigung schon kaum mehr zu finden. Dg5 richtete sich gegen die weiße Drohung Dg4 ... aber hier folgte ein vernichtender Einschlag: 35. Sxe5!! und ich kann nicht zurücknehmen, weil dxe5 Txe5 auf f7 Matt droht und ich keine Möglichkeit habe, das Matt zu verhindern. Nach der Partiefortsetzung 35. ... De7 36. Sc6 war der weiße Sieg letztlich auch nur noch eine einfache Technikfrage. Diese schöne Kombination bracht uns zwischenzeitlich in Rückstand.

Brett 4: Hermann - Dannhäuser

Endspieltaktikbücher auf ihr alle! Hier seht ihr, dass das Zeug, was ihr so lest, tatsächlich vorkommt. 35. ... Lxb2 gewinnt einfach den Bauern, weil sich 36. Sxb2 a3 verbietet. Der Bauer läuft einfach durch. Ganz so einfach ließ sich Kevins Gegner nicht schlagen, aber der a-Bauer war Ablenkung genug, damit die gesamte Königsseite fiel. Damit stand es 3,5 : 3,5.

Brett 7: Schönbeck - Krauße

 Das hier war die letzte entscheidende Situation in dieser Partie. Schwarz hatte gerade den Bauern nach d4 gespielt und Weiß eine ekelhafte Falle gestellt. Wenn Weiß hier der Verlockung ausweicht und den Damentausch mit 58. Dc6 nicht zulässt, gibt ihm der starke b-Bauer wahrscheinlich genug Gegenspiel. Schöni sah die interessante Idee, dass nach Txf6 das Zurückschlagen auf f6 verliert. Er sah auch, dass Schwarz eine starke Widerlegung hatte ... nur ließ er sich mangels Zeit eben darauf ein: 58. Txf6 Dd5+! 59. Tf3 Dxd7 und damit hatte uns Leipzig besiegt.

Die Sachsenliga wird wohl für alle Mannschaften noch sehr spannend bleiben – auch für uns. Freuen wir uns drauf!

 

Und auch in den Bezirksklassen lief die letzte Runde für dieses Jahr

Dabei stand für unsere 2.Mannschaft in der 1.Bezirksklasse das Gastspiel bei der Vierten von König Plauen an. Durch unser letztes missratenes Gastspiel bei der Fünften in Plauen waren wir gewarnt. Leider mussten wir jedoch erneut mit drei ("barenstarken") Ersatzleuten antreten, aber auch Plauen brachte zwei Ersatzleute an die Bretter. Der Spieltag begann nicht optimal, da eine kurzfristige Änderung des Spiellokals etwas für Verzögerung sorgte. Doch dadurch ließen wir uns nicht beirren. Von Beginn an waren alle unsere Bretter im "Flow" und so dauerte es auch keine zwei Stunden und wir führten mit 2:0 durch die Erfolge von Sebastian und Mario an 7&8. Auch an den anderen Brettern standen wir nirgendwo schlechter, sodass eine mögliche Verlustgefahr nicht wirklich aufkam. Mit der Führung im Rücken remisierten dann Lucas, Jens und Gerd kurz nacheinander, was uns dem Mannschaftserfolg immer näher brachte. Schließlich versenkte unser Volker mit seinem souveränen Erfolg kurz vor der Zeitkontrolle den Matchball zum Gesamtsieg. Nun ging es also nur noch um die Höhe. Dabei unterlief unserem Frank in besserer Stellung leider einzügig ein Lapsus und er musste die Segel streichen. Damit produzierte er unsere einzige Verlustpartie des Tages, da unser Bert gegen 14 Uhr seine Partie zum 5,5:2,5 Gesamtsieg nach Hause brachte. Bezüglich unserer Ambitionen sind wir also wieder voll im "Soll" auf Platz 2 punktgleich mit dem Tabellenführer. 

 

Und auch unsere 3.Mannschaft war in der 2.Bezirksklasse auswärts gefordert beim CSC Aufbau Chemnitz III. Was eigentlich ein Match auf Augenhöhe werden sollte, wurde dann doch sehr kompliziert, da wir drei Ersatzspieler einsetzten und auch noch ein Brett freilassen mussten. Aber auch der CSC brachte 4 Ersatzleute an die Bretter, und so war Chancengleichheit wieder hergestellt. Die erste Stunde gestaltete sich ziemlich ausgeglichen an den Brettern, sodass der CSC um 10Uhr kampflos 1:0 in Führung ging. Unsere beiden Jüngsten hatten in ihren Partien durchaus ihre Chancen, müssen aber noch lernen, in kritischen Stellungen tiefer zu rechnen. Das dauert dann halt auch mal bisschen länger, aber ohne wird es nicht gehen. Gegen 11Uhr waren beide Partien leider viel zu zeitig einfach nur "platt". Halb zwölf konnte Roland mit einer souveränen Partie, in der sein Gegner die Entwicklung komplett vernachlässigte, auf 1:3 verkürzen und Hoffnung kam auf. In der Partie von Andreas war leider nicht mehr als Dauerschach zu holen, dementsprechend remis. Jetzt durften wir also maximal noch ein Remis abgeben. Und es sah nicht so schlecht aus um zwölf. Paul hatte ein Endspiel mit Springer+3 Bauern gegen Läufer+ 3 Bauern, Björn nannte eine Qualität mehr sein Eigen und der Gegner von Lutz hatte im Endspiel gepatzt. Doch es reichte nicht mehr ganz. Björn und Lutz glichen zwar aus, aber Paul konnte sein Endspiel durch den entfernten Freibauern doch nicht mehr hatten. Und so unterlagen wir etwas unglücklich 3,5:4,5, konnten aber in der Tabelle sogar um einen Platz klettern und halten uns super im Mittelfeld der Tabelle.